Nuklearmedizin
Die Nuklearmedizin ermöglicht es, nicht nur die Struktur von Organen und Geweben, sondern vor allem deren Funktion und Stoffwechselaktivität sichtbar zu machen. Dazu werden geringe Mengen radioaktiv markierter Substanzen – sogenannte Radiopharmaka – eingesetzt, deren Verteilung im Körper mit speziellen Kameras erfasst wird. Je nach Fragestellung entstehen daraus szintigraphische Aufnahmen oder dreidimensionale Darstellungen.
Im RNZ Oberpfalz Nord umfasst das nuklearmedizinische Spektrum Untersuchungen von Skelett und Gelenken, Lunge, Nieren, Schilddrüse, Nebenschilddrüsen und Herz. Darüber hinaus werden mit der Radiosynoviorthese und der Radionuklidtherapie bei schmerzhaften Knochenmetastasen auch therapeutische Verfahren ausgewiesen. Die nuklearmedizinischen Leistungen werden am Standort Weiden angeboten.
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Das Wichtigste zu Ihrer nuklearmedizinischen Untersuchung
Bei vielen nuklearmedizinischen Untersuchungen wird Ihnen zunächst eine geringe Menge eines Radiopharmakons verabreicht. Dieses verteilt sich abhängig von der Untersuchung gezielt im Körper. Eine spezielle Kamera erfasst anschließend die ausgesandte Strahlung und macht dadurch beispielsweise Organfunktionen, Durchblutung oder Stoffwechselvorgänge sichtbar.
Wie lange eine Untersuchung dauert und ob eine besondere Vorbereitung erforderlich ist, hängt stark vom jeweiligen Verfahren ab. Zwischen der Verabreichung des Radiopharmakons und den Aufnahmen können Wartezeiten notwendig sein. Die konkreten Hinweise für Ihre Untersuchung erhalten Sie deshalb bereits bei der Terminvereinbarung.
Bitte bringen Sie mit
- Ihre Überweisung beziehungsweise vorhandene Untersuchungsunterlagen
- Relevante Vorbefunde und frühere Aufnahmen, sofern vorhanden
- Informationen zu regelmäßig eingenommenen Medikamenten
- Gegebenenfalls Laborwerte, die Ihnen vorab genannt wurden
- Weitere Unterlagen oder Getränke, auf die Sie bei der Terminvereinbarung hingewiesen wurden
Häufig gestellte Fragen
Muss ich für eine nuklearmedizinische Untersuchung nüchtern sein?
Das hängt von der jeweiligen Untersuchung ab. Für viele Verfahren ist keine besondere Vorbereitung erforderlich, während beispielsweise bei einer Myokardszintigraphie besondere Vorgaben gelten. Sie erhalten die für Ihren Termin notwendigen Informationen vorab.
Muss ich meine Medikamente absetzen?
Bei bestimmten Untersuchungen können Medikamente das Untersuchungsergebnis beeinflussen. Bitte setzen Sie Medikamente niemals eigenständig ab. Falls Änderungen erforderlich sind, informieren wir Sie bei der Terminvereinbarung darüber.
Warum gibt es bei manchen Untersuchungen längere Wartezeiten?
Das Radiopharmakon benötigt je nach Untersuchung unterschiedlich lange, um sich im gewünschten Organ oder Gewebe zu verteilen. Deshalb können zwischen Verabreichung und Bildaufnahme Wartezeiten von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden erforderlich sein.
Was gilt bei Schwangerschaft oder Stillzeit?
Bitte informieren Sie uns bereits bei der Terminvereinbarung über eine bestehende oder mögliche Schwangerschaft sowie darüber, wenn Sie stillen. Ob eine nuklearmedizinische Untersuchung durchgeführt werden kann und welche zusätzlichen Maßnahmen notwendig sind, wird individuell geprüft.
Kann ich nach der Untersuchung meinen Alltag normal fortsetzen?
Nach vielen diagnostischen Untersuchungen bestehen keine besonderen Einschränkungen. Bei bestimmten Verfahren – insbesondere nuklearmedizinischen Therapien – gelten jedoch spezielle Verhaltensregeln. Über diese werden Sie individuell informiert.
Nuklearmedizinische Diagnostik für Ihre Patienten und Patientinnen
Als zuweisender Arzt oder zuweisende Ärztin steht Ihnen am Standort Weiden ein breites Spektrum funktioneller nuklearmedizinischer Diagnostik zur Verfügung. Abhängig von der klinischen Fragestellung können Organfunktion, Stoffwechsel, Durchblutung oder regionale Aktivitätsverteilungen beurteilt werden. Ergänzend umfasst das ausgewiesene Angebot des RNZ auch ausgewählte nuklearmedizinische Therapieverfahren.
Untersuchungs- und Therapiespektrum
Skelett und Gelenke
- Skelettszintigraphie
- Beurteilung entzündlicher beziehungsweise stoffwechselaktiver Knochenveränderungen
- Tumor- und Metastasendiagnostik
- Fraktur- und Prothesenfragestellungen
- Diagnostische Abklärung vor Radiosynoviorthese
Lunge
- Kombinierte Ventilations- und Perfusionsszintigraphie
- Insbesondere bei Verdacht auf Lungenembolie
- Funktionelle Beurteilung beispielsweise vor operativen Eingriffen
Niere
- Seitengetrennte Funktionsbeurteilung
- Beurteilung des Harnabflusses
- Postoperative beziehungsweise posttransplantative Kontrollen
- Spezielle Abklärung renovaskulärer Fragestellungen
Schilddrüse und Nebenschilddrüse
- Funktionelle Beurteilung von Schilddrüsenknoten
- Ergänzende Diagnostik bei auffälligen Labor- oder Ultraschallbefunden
- Nebenschilddrüsenszintigraphie zur Lokalisationsdiagnostik bei Hyperparathyreoidismus
Herz
- Myokardperfusionsszintigraphie unter Belastungs- und Ruhebedingungen
- Ischämie- und Narbendiagnostik
- Verlaufskontrolle bei koronarer Herzkrankheit
Nuklearmedizinische Therapie
- Radiosynoviorthese bei geeigneten entzündlichen Gelenkerkrankungen
- Radionuklidtherapie zur palliativen Behandlung schmerzhafter Knochenmetastasen
Für eine gezielte Untersuchungsplanung
Eine konkrete klinische Fragestellung und relevante Vorbefunde unterstützen die zielgerichtete Planung und Befundung. Je nach Verfahren können außerdem aktuelle Laborwerte, Voraufnahmen oder Informationen zur bestehenden Medikation erforderlich sein.
Insbesondere bei Myokard-, Nieren- und Schilddrüsenszintigraphien können spezielle Vorbereitungen beziehungsweise medikamentöse Besonderheiten relevant sein. Bei geplanten therapeutischen Verfahren sind zusätzliche Voraussetzungen zu beachten. Die konkrete Vorbereitung sollte deshalb abhängig von der Untersuchung mit unserem Praxisteam abgestimmt werden.
Für eine Radiosynoviorthese wird auf der bisherigen RNZ-Seite in der Regel eine vorausgehende Gelenk- beziehungsweise Skelettszintigraphie zur Indikationsprüfung beschrieben. Vor einer Radionuklidtherapie schmerzhafter Knochenmetastasen werden dort eine vorherige Skelettszintigraphie sowie aktuelle Blutbild- und Nierenwerte gefordert.
Befund und Bilddaten
Nach Abschluss der diagnostischen Untersuchung werden die Aufnahmen fachärztlich beurteilt und ein Befundbericht erstellt. Die Bilddaten können über die entsprechenden digitalen Zugänge des RNZ bereitgestellt und abgerufen werden.
Terminvereinbarung
Nuklearmedizinische Untersuchungen können je nach Untersuchungsart online über Doctolib, aber auch telefonisch bzw. über unsere Online-Rezeption vereinbart werden. Bei speziellen Fragestellungen oder besonderen Voraussetzungen empfehlen wir im Voraus eine Abstimmung mit unserem Praxisteam.
Schilddrüsenfeindiagnostik
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Unsere nuklearmedizinischen Verfahren
Skelettszintigraphie
Die Skelettszintigraphie macht Veränderungen des Knochenstoffwechsels sichtbar. Sie kann unter anderem bei entzündlichen Veränderungen, Knochenmetastasen, Frakturen, dem Verdacht auf eine Prothesenlockerung sowie zur Vorbereitung einer Radiosynoviorthese eingesetzt werden. Nach der Injektion des Radiopharmakons können zunächst frühe Aufnahmen erfolgen. Für spätere Aufnahmen ist eine Verteilungsphase erforderlich; auf der bisherigen RNZ-Seite werden hierfür etwa 1,5 bis 2 Stunden angegeben. Während dieser Zeit soll ausreichend getrunken werden.
Lungenszintigraphie
Die kombinierte Ventilations- und Perfusionsszintigraphie untersucht sowohl die Belüftung als auch die Durchblutung der Lunge. Sie kann beispielsweise bei Verdacht auf eine Lungenembolie oder zur Beurteilung der Lungenfunktion eingesetzt werden. Dafür werden nacheinander Aufnahmen der Lungenbelüftung und der Lungendurchblutung angefertigt. Die bisherige RNZ-Seite nennt für beide Untersuchungsteile jeweils ungefähr 20 Minuten.
Nierenszintigraphie
Mit der Nierenszintigraphie lassen sich Nierenfunktion und Harnabfluss seitengetrennt beurteilen. Sie kommt unter anderem bei Harnabflussstörungen, funktionellen Veränderungen, nach Operationen oder Transplantationen sowie bei speziellen Fragestellungen zum Bluthochdruck zum Einsatz. Vor der Untersuchung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Bei speziellen Fragestellungen können zusätzliche Vorbereitungen oder Anpassungen der Medikation erforderlich sein. Medikamente sollten deshalb nicht eigenständig abgesetzt werden; Sie erhalten hierfür konkrete Anweisungen unseres Praxisteams.
Schilddrüsenszintigraphie
Die Schilddrüsenszintigraphie ergänzt Labor- und Ultraschalluntersuchungen um Informationen zur Funktion des Schilddrüsengewebes. Insbesondere bei Knoten kann damit beurteilt werden, wie aktiv einzelne Bereiche der Schilddrüse sind. Nach der Injektion des Radiopharmakons erfolgt nach einer kurzen Verteilungszeit die Aufnahme mit einer Gammakamera. Bestimmte Schilddrüsenmedikamente können die Untersuchung beeinflussen. Bitte verändern Sie Ihre Medikation daher ausschließlich nach vorheriger Absprache mit unserem Praxisteam.
Nebenschilddrüsenszintigraphie
Die Nebenschilddrüsenszintigraphie dient insbesondere dazu, überaktive oder vergrößerte Nebenschilddrüsen zu lokalisieren, beispielsweise bei einem Hyperparathyreoidismus. Auf der bisherigen RNZ-Seite werden Aufnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach Verabreichung des Radiopharmakons beschrieben. Dadurch kann sich der gesamte Aufenthalt über mehrere Stunden erstrecken.
Myokardszintigraphie
Die Myokardszintigraphie untersucht die Durchblutung und Funktion des Herzmuskels unter Belastungs- und Ruhebedingungen. Sie kann unter anderem bei Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung sowie zur Therapie- und Verlaufskontrolle eingesetzt werden. Die Untersuchung kann aus mehreren Untersuchungsteilen bestehen und sich gegebenenfalls auf zwei Termine verteilen. Für die Vorbereitung gelten besondere Vorgaben zu Nahrungsaufnahme, koffeinhaltigen Getränken und bestimmten Medikamenten. Die entsprechenden Anweisungen erhalten Sie vor Ihrem Termin; Medikamente sollten nicht eigenständig verändert oder abgesetzt werden.
Radiosynoviorthese (RSO)
Die Radiosynoviorthese ist ein nuklearmedizinisches Therapieverfahren zur Behandlung entzündlich veränderter Gelenke. Dabei wird ein Radiopharmakon direkt in das betroffene Gelenk eingebracht und wirkt dort lokal auf die entzündlich veränderte Gelenkinnenhaut. Vor einer RSO ist in der Regel eine entsprechende diagnostische Abklärung erforderlich. Nach der Behandlung muss das betroffene Gelenk konsequent ruhiggestellt werden; die bisherige RNZ-Seite nennt hierfür etwa 48 Stunden. Genauere Hinweise zur Vorbereitung und zum Verhalten nach der Behandlung erhalten Sie vor Ihrem Termin.
Radionuklidtherapie bei schmerzhaften Knochenmetastasen
Bei schmerzhaften Knochenmetastasen können ausgewählte nuklearmedizinische Therapieverfahren eingesetzt werden, bei denen sich das Radiopharmakon gezielt in den betroffenen Knochenbereichen anreichert. Ziel ist die palliative Linderung tumorbedingter Knochenschmerzen. Vor einer solchen Behandlung sind eine genaue Indikationsprüfung und vorbereitende Untersuchungen notwendig. Auf der bisherigen RNZ-Seite werden unter anderem eine Skelettszintigraphie sowie aktuelle Blutbild- und Nierenwerte genannt.